Chronograph

Chronographen-Entwicklung bei Sinn

 

Erster Schritt zur Sinn-Manufaktur: springende Minutenzählung aus dem Zentrum

Das Chronographen-Kaliber „Valjoux 7750“ werden wir in Zukunft auch in einer hauseigenen Weiterentwicklung anbieten können. Aus Gründen der besseren Ablesbarkeit haben wir das bewährte und funktionssichere Valjoux 7750 unter der Bezeichnung SZ 01 so umkonstruiert, dass dieses Werk nun über eine springende Minutenstopp-Zählung aus dem Zifferblattzentrum verfügt.
Unsere Neukonstruktion bringt in der Ablesbarkeit zwei Vorteile mit sich: zum einen werden nun 60 anstelle der gewohnten 30 Mi­nuten in einem Zeigerumlauf ge­zählt, zum anderen ist die zu­ge­ordnete Minutenstopp-Skala über den vollen Zifferblatt­durchmesser zu sehen. Diese Art der klaren Ab­lesbarkeit hat das SZ 01 mit dem nicht mehr pro­duzierten Lemania 5100 gemeinsam. Die militärische Zulassung des Lemania-Kalibers beruhte vor allem auf dieser Einsatzqualität.
Außerdem verfügt das Werk über eine 24-Stundenanzeige bei der „3“ und eine Datumsanzeige zwischen „4“ und „5“.

Realisiert wird die von unserem Meisteruhrmacher Eduard Stroh ausgearbeitete Neuentwicklung in Zusammenarbeit mit einem hochspezialisierten Fertigungs­unternehmen im Frankfurter Raum. Hiermit stehen uns nun in unmittelbarer Nähe moderne CNC/CAM-Anlagen zur Verfügung. Die Konstruktion erfolgt auf unserem CAD-System.

Durch diese Erweiterung der technischen Möglichkeiten wird sich die Produkti­onstiefe des Traditionsunternehmens „Sinn“ in Zukunft erheblich vergrößern. Wir planen, nach der Produktion des SZ 01 weitere Uhrwerkkompo­nenten zu ent­wickeln und zu realisieren.

Ein Uhrwerkmodell, das mit der neuen Werkmodifikation von Sinn ausgestattet ist, haben wir bereits auf der Baseler Messe 2003 als Prototyp vorgestellt. Die erste Serienproduktion beginnt voraussichtlich im Jahre 2005.



Technik Praxis - Werkzeug/Maschinen

Wie bereits mehrfach erwähnt braucht es für die Tätigkeit des Hobbyuhrmachers eine Mindestausrüstung an Werkzeug und Maschinen. Es gibt Arbeiten, die sich ohne geeignetes Werkzeug nur schwer oder gar nicht ausführen lassen. Hans Jendritzki, Autor vieler Fachbücher und Artikel rund um die Uhrmacherei schreibt in seinem Buch 'Der moderne Uhrmacher', dass der Uhrmacherberuf der Beruf der 1000 Werkzeuge sei. Schnell wird man feststellen, dass dem tatsächlich so ist. Die vielen Klein- und Kleinstteile sind durch den Einsatz von ungeeignetem Werkzeug sehr schnell zerstört.


>Bezugsquellen
>Grundausrüstung
>Erweiterte Grundausrüstung
>Reinigung
>Maschinen
Messinstrumente

Bezugsquellen
Es gibt verschiedene Bezugsquellen für Uhrmacherwerkzeug. Bergeon, Selva oder auch eBay um nur einige zu nennen. Wichtig ist vor allem, dass man darauf achtet ein einwandfrei funktionierendes Werkzeug zu kaufen. Speziell bei eBay werden immer wieder Werkzeuge angeboten die zwar als 'Uhrmacherwerkzeug' verkauft werden, diese Eigenschaft aber absolut nicht besitzen. Dies gilt speziell für die Schraubendreher! Auch das Werkzeug aus Uhrmacherauflösungen ist vielfach nur bedingt tauglich. Wer Neues kaufen will, tut gut daran, sich von der Qualität zu überzeugen.
Verschiedene Bezugsquellen findet man unter >Links/Kommerzielle


Grundausrüstung
Bevor man überhaupt mit einer Taschenuhr etwas Anderes machen kann als die Zeit abzulesen braucht man eine Grundausrüstung an Werkzeug. Diese setzt sich zusammen aus einem Werkzeug um das Gehäuse öffnen zu können und einer Lupe um auch die kleinen Teile sehen zu können. Soll auch noch eine Schraube nachgezogen oder gelöst werden können, so kommt man nicht umhin, sich einen oder mehrere Uhrmacherschraubendreher zuzulegen.
 
Gehäuseöffner
Anstelle eines zu kaufenden Gehäuseöffners empfehle ich ein ganz einfaches Taschenmesser. Mit der schmalen Klinge kommt man sehr gut in den meist sehr schmalen Spalt der Deckel und bei >richtiger Anwendung wird man nie eine Taschenuhr zerkratzen oder sich in die Finger schneiden. Die Klinge der im Handel erhältlichen Gehäuseöffner ist zwar stumpf, was die Verletzungsgefahr mindert. Gleichzeitig ist die Klinge aber so dick, dass sie nur durch Kraftaufwendung in den Spalt eingedrückt werden kann und dies kann bereits zerfranste Gehäuseränder bedeuten.
 
 
Gehäuseöffner

 
Taschenmesser

 
Lupe(n)
Selbstverständlich kann man sich mit einer normalen Haushalt- oder Briefmarkenlupe behelfen. Dies wird aber mit der Zeit mühsam, da man die Lupe dann immer halten muss und ausserdem muss der Abstand Auge - Lupe - Uhr immer genau stimmen.
Die Anschaffung einer Uhrmacherlupe lohnt sich also bestimmt, zumal diese recht günstig zu haben sind. Um nicht dasselbe Problem mit der Haushaltlupe zu haben - nämlich das man sie halten muss, wird empfohlen, auch eine Lupenhalterung oder eine entsprechende Brillenhalterung mitzukaufen.
Die gebräuchlichen Vergrösserungen sind 2x oder 3x um Uhr und Uhrwerk genauer zu betrachten oder auch um im Werk einfache Arbeiten zu verrichten. Um die Steine und deren Ölhaltung zu begutachten empfiehlt sich eine 10x oder 12x Lupe.
 
 
Uhrmacherlupe
mit Halterung

 
Uhrmacherlupe
mit Brillenalterung
 
Schraubendreher
Wie bereits mehrfach erwähnt, lohnt es sich, bei den Schraubendrehern nicht zu knausern. Die Klinge des Schraubendrehers sollte in der Regel genau so breit sein wie die Schraubennut und ebenfalls die entsprechende Stärke aufweisen. Wichtig ist dabei auch, dass die Klinge gewechselt werden kann. Einmal abgerutscht ist die feine Klinge meist nicht mehr zu gebrauchen und muss gewechselt oder notfalls nachgeschliffen werden. Es kommt allerdings auch vor, dass eine Klinge geschliffen werden muss, weil sie trotz der Feinheit immer noch zu dick für eine bestimmte Schraube ist. Umso mehr wird man es schätzen, wenn die Klinge auswechselbar ist.
Stimmt die Grösse bzw. Breite und/oder Dicke des Schraubendrehers nicht, so sind meist hässliche Kratzer auf den Schrauben die Folge oder die Nut der Schraube wird so zerfranst, dass sie im Notfall gar nicht mehr zu gebrauchen ist. Die Folge ist klar - die Schraube muss ausgedreht und ein Neues Gewinde geschnitten werden.
Klingen jeder Stärke können im Fourniturenhandel einzeln bzw. in Tütchen abgefüllt nachbestellt werden. Es empfiehlt sich, vor allem von den häufig gebrauchten Schraubendrehern jeweils eine Tüte auf Vorrat zu haben.

Mit einem Drehsockel sind die Schraubendreher gut versorgt und jederzeit griffbereit. Durch Farben die sowohl am Drehsockel wie auch am Schraubendreher zu finden sind, ist auch eine Verwechslung ausgeschlossen.

Je nach Modell des Drehsockels sind ausserdem auch noch Aussparungen für die Behälter mit den Ersatzklingen vorhanden. Auch diese sind mit den entsprechenden Farben gekennzeichnet.

 
 
Satz Schraubendreher
auf Drehsockel

 
Wichtig: die Klinge
muss wechselbar sein

 
Nachbestellbare Klingen


Erweiterte Grundausrüstung
Arbeitsteller
Sobald man in der Lage ist, ein Uhrwerk auszubauen oder ein solches gar zu zerlegen oder auch sonstige Teile der Uhr wie Zeiger etc. zu entfernen kommt die Frage - wohin mit den Teilen?
Arbeitsteller haben nicht nur verschiedene Fächer um die Teile getrennt zu ordnen, sie verfügen im Normalfall auch über eine Glasglocke welche die ausgebauten Teile vor Staub schützt.
 
 
Arbeitsteller
Pinzetten
Wie bereits mehrfach erwähnt, haben wir es in der Uhrmacherei hauptsächlich mit Klein- und Kleinstteilen zu tun. Es erscheint also nur logisch, dass wir für Teile die wir ohne Lupe schon kaum sehen können auch entsprechende Greifwerkzeuge brauchen.
Mit einem Satz Pinzetten, bevorzugterweise antimagnetische und mit verschiedenen Spitzenformen, wird das Halten der Kleinteile zwar nicht zum Kinderspiel, aber es erleichtert die Sache doch ungemein.
 
 
Antimagnetische Uhrmacher-
pinzetten

 
Bügelzange
Wer mit Taschenuhren zu tun hat wird dieses Werkzeug sehr schnell benötigen. Vielfach sitzen die Bügel der Taschenuhren nicht fest oder der Bügel fehlt und muss neu eingesetzt werden. Allfällige Hilfsmittel wie normale Zangen etc. versagen hier total. Einerseits müssen die Bügel verschiedener Formen auf- oder zugebogen werden und andererseits sollte ein einzusetzender Bügel um nachher gut zu sitzen nur genau soweit geöffnet werden wie gerade notwendig. Vor allem aber sollte ein Zerkratzen des Gehäuses vermieden werden. All dies kann nur mit einer Bügelzange wirklich problemlos bewerkstelligt werden. Eine zwar nicht gerade billige, aber bestimmt auf die Dauer lohnenswerte Investition.
 
 
Bügelzange mit Aussparungen
um die Bügel zu
verengen
Zeigerabheber
Natürlich kann man auch versuchen mit Schraubenziehern oder dem Taschenmesser die Zeiger von der Zeigerwelle abzuheben. Will man aber sicher sein, dass die Zeiger hinterher noch leben und auch das Zifferblatt keinen Schaden nimmt so empfiehlt sich der Einsatz eines Zeigerabhebers.
Achtung: es gibt verschiedene Modelle für verschiedene Uhren! Eine kleine Anleitung wie man es macht gibt es bei >Abheben der Zeiger
 
 
Presto Zeigerabheber
für Taschenuhren.
Werkhalter
Sobald das Werk ausgebaut ist, kann es nicht mehr mit der Zifferblattseite nach unten hingelegt werden, da Zeigerwelle und der verlängerte Zapfen des Sekundenrades überstehen. Ausserdem werden bei den Arbeiten am Werk meistens beide Hände gebraucht und somit kann das Werk nicht mehr in der einen Hand gehalten werden.
Man braucht einen Werkhalter, in dem man das Uhrwerk fixieren kann. Es gibt verschiedene Typen von Werkhaltern. Das vorliegende Modell von Bergeon hat den Vorteil, dass es durch die umkehrbaren Backen viele Werksgrössen aufnehmen kann. Vom kleinen Armbanduhrenwerk bis zum Taschenuhrwerk kann mit diesem Werkhalter alles fixiert werden.
 
 
Universal Werkhalter
von Bergeon.

 

Reinigung
Gemeint ist hier in erster Linie die Reinigung des Gehäuses und allenfalls noch der Zifferblätter, Zeiger und der Werksoberfläche. Die Reinigung des Uhrwerks, sprich Zerlegen, Reinigen und neu Ölen desselben ist ein anderes Thema.
 
Rodico Reinigungsgummi
Der Rodico ist ein unentbehrliches Hilfsmittel wenn es um die Reinigung von Uhrwerksoberfläche, Zifferblatt und Zeiger geht. Ganz besonders für das Entfernen von Fingerabdrücken auf hochpolierten Uhrwerksteilen oder für austretendes, überschüssiges Öl bzw. Fett ist der Rodico das richtige Mittel. Dabei hinterlässt dieser Gummi keinerlei Spuren und er klebt auch nicht. Der Rodico wirkt auch Wunder bei Haarrissen in Email-Zifferblättern - er lässt die meist grünen Streifen in vielen Fällen fast verschwinden.
 
 
Rodico Reinigungsgummi

 
Schmuck Poliertuch
Wie schnell und einfach sich ein Gehäuse bei Bedarf mit einem Schuck-Poliertuch auf Hochglanz polieren lässt ist kaum zu glauben. Eine der einfachsten Arbeiten, die kinderleicht und von jedermann zu machen ist. Aber Achtung: Ein solches Tuch poliert zwar wirklich (fast) jeden Schmutz, aber auch jegliche Patina vom Gehäuse weg!
 
 
Schmuck Poliertuch

Ultraschall Reinigungsgerät
Für die schnelle und einfache Reinigung von Gehäusen und Uhrenketten ist ein Ultraschall-Reinigungsgerät genau das Richtige. Diese Geräte für den Heim-Einsatz werden seit einiger Zeit in Massen und zu Schleuderpreisen angeboten. Die Wirkung ist erstaunlich - die Reinigung erfolgt einerseits wirklich sehr gründlich und vor allem auch an Stellen an die man mit konventionellen Mitteln gar nicht herankommen könnte.
Es wird hier aber eindringlich gewarnt, ganze Uhren oder Uhrwerke in solchen Geräten zu reinigen!